Donnerstag, 28. Februar 2013

Frostbeule

Brrrr, mir ist kalt!

Ich meine damit so richtig, nicht nur mal etwas kühl oder unterkühlt, sondern eine alles durchdringende alles zersetzende Kälte, die einem kaum noch Raum zum denken und die Glieder erlahmen lässt.

Früher war ich ständig und stets die Wärmflasche der Familie, ob meine Frau oder mein Sohn, ich hatte ähnlich wie ein Kraftwerk stets mehr Energie als ich verbrauchen konnte und setzte diese in Wärme um, die bei Bedarf kuschelnder Weise dankbar in Anspruch genommen wurde.

Und jetzt?

Mal abgesehen von dem Trauerspiel, was sich Wetter nennt und damit natürlich auch für niedrige Außentemperaturen sorgt, versagt auch noch mein innerer Motor!

Die innere Hitze, die mir bisher ermöglichte sogar  bei Minustemperaturen bequem im T-Shirt durch die winterlich trübe Sonne zu wandeln fehlt - und ich weiß auch nicht wie ich einen Zugang dazu finden sollte.

Ob das jetzt mit meiner Diät, meinem Zucker, oder den Hormonen oder einer gesunden Mischung davon zu tun hat, weiß ich nicht genau, aber ich habe derzeit eine gefühlte Hauttemperatur von 8° und brauche zwei Decken zum Schlafen.

Als mich dann vorhin auch noch mein Sohn mit den Worten "Geh weg Papa, du bist kalt" weggeschubbst hat, war das Maß voll:

Grießgrämig und grummelnd habe ich mich fertig gemacht und bin ins Büro gefahren, nur um zu erfahren, dass hier die Heizung ausgefallen ist...




Dienstag, 26. Februar 2013

Ein Lächeln für Dana

Also was mir am Freitag widerfahren ist:

Wegen meines Diabetes war ich am Freitag beim Diabetologen. Da dieser zu Fuss nur ca 10 Minuten von meiner Arbeitsstelle entfernt ist und es der erste Termin war, bin ich lieber etwas zu früh hingegangen und musste natürlich warten.

Im Wartezimmer waren außer mir eine Frau (so Ende 20, Anfang 30), zwei ältere Damen (jenseits der 60) und ein älterer Herr (ca Mitte 60).

Die Frau wurde mehrmals für Untersuchungen aus dem Wartezimmer gerufen, die älteren Damen unterhielten sich angeregt über Krankheiten und weitere Freizeitaktivitäten, was ab einem gewissen Alter wohl auch so üblich ist.

Blieben also der Mittsechziger und ich für Konversation übrig und ich holte vorsorglich mein Handy heraus, um mich mit einer Runde Montzuma ein wenig zu zerstreuen bis ich dran war. Doch dazu sollte es nicht kommen - in dem Moment, wo ich das Ding in der Hand hielt ging es auch schon los (Mist ich hab vergessen den Flugmodus zu aktivieren, gleich sofort machen!) 

Es war ein Mandant, den ich mit dem Hinweis ich sei beim Arzt und könne sein Anliegen jetzt eh` nicht in Ruhe mit ihm besprechen abbügelte. Nachdem ich nun den Flugmodus aktiviert hatte schaute ich mich noch mal im Raum um, da mir solche Situationen im allgemeinen sehr peinlich sind - und richtig, die mißbilligenden Blicke der beiden Damen ruhten auf mir und sie nahmen ihr Gespräch auch erst wieder auf, als ich mich entschuldigte.

Als mein Blick bei besagtem Herrn ankam, sah ich, wie er mich versonnen anlächelte und dachte mir es wäre eine gute Idee doch besser einfach zurückzulächeln, als mich mit einer erneuten Entschuldigung endgültig zum Häppchen zu machen. 

AUA - schwerer Fehler!

Auf diese Weise ermuntert fing der alte Knabe hemmungslos zu flirten an und sah sich genötigt mir seine halbe Lebensgeschichte zu erzählen, wobei irgendwie immer der Eindruck aufkam, er sei der tollste Hecht im Karpfenteich.

(Oha, du fällst in sein Beuteschema, was machst du denn jetzt?) 

Ich versuchte mit einigen Belanglosigkeiten über das widrige Wetter und dem scheußlichen Berufsverkehr einer wirklichen Konversation aus dem Weg zu gehen, doch er ließ irgendwie nicht locker, suchte ständig Augenkontakt.

(Mist, wie wirst du den denn nur wieder los? - Versuch` mal was von Nicko zu erzählen!)

Doch auch der zarte Hinweis auf eine erfolgreiche Fortpflanzung meinerseits durch einige Kindergartenstories zeigten keinen Erfolg, im Gegenteil jetzt fing er von seinen bereits erwachsenen Kindern an.

(Ok, Zeit für schwere Geschütze!) 

Ich fing an demonstrativ mit meinem Ehering zu spielen, während ich einen Monolog über die 60er in denen seine Kinder aufwuchsen über mich ergehen ließ.

(O Herr! Bitte lass die Sprechstundenhilfe dösig sein und sie mich mit Herrn Thierbach aufrufen!) 

Nein tat sie nicht, hätte ich mir auch denken können, wir hatten bei der Aufnahme darüber gesprochen, wie ich angeredet werden wollte. Aber der Aufruf kam dann endlich und ich entfloh mit eiligen Schritten ins Behandlungszimmer.

Das war neu! 

Mal ganz davon ab, dass er ganz offensichtlich unter Geschmacksverkalkung zu leiden scheint, da ich auf meinem Weg ja nun noch nicht allzuweit gegangen bin und immer noch klar als ehemaliger Mann zu erkennen bin:

Zunächst war`s ja durchaus schmeichelhaft, wurde aber immer unheimlicher.

Wie verhält man sich in einer solchen Situation ohne gleich grob zu werden? 

Ich spielte sogar mit dem Gedanken durch anheben meiner Stimme wieder in mein altes Sprechmuster zu fallen, um endlich Ruhe zu haben. Es wäre mir ein zwar sehr unangenehmes aber probates Mittel gewesen!

Ich muss ehrlich zugeben, dass mir die ursprünglich recht angenehme Wartezimmercouch mit der Zeit immer ungemütlicher wurde - und die Blicke die er mir hinterherwarf als ich so eilig aus dem Zimmer entschwand fand ich ehrlich gesagt dann doch nicht so toll.

Uiuiui - wievielen Frauen habe ich in meiner Sturm und Drangphase solche Gespräche aufgenötigt und haben die sich auch so gefühlt? 

An dieser Stelle eine ehrlich gemeinte Entschuldigung!




Donnerstag, 21. Februar 2013

Schatten der Vergangenheit

Sorry, wenn das jetzt mal ein Depripost wird - wer`s nicht lesen will ist herzlich eingeladen ihn einfach zu überblättern, der nächste ist mit Sicherheit wieder genießbarer.

Was ist passiert?  

Ich las ein Buch, ein Buch so lebendig und eindringlich geschrieben, dass es vermochte mich in jene Gefühlswelt zu ziehen, die ich nun seit einem Jahr zu vergessen suchte und dabei  fast vergass sie zu bewältigen. Selbst meinem Terapeuten konnte ich dies nicht erzählen, obwohl er  immer für mich da ist.

Durch die geschilderten Ereignisse in eine Stimmung versetzt, die mir meine Erinnerungen freischaufelte und mir die Möglichkeit eröffnete diese endlich zu verarbeiten verbrachte ich heute die Nacht damit, darüber nachzudenken, ob ich die Ereignisse die ich im Blog mit "Zusammenbruch", "Krise" und sonstwie betitelte doch noch veröffentlichen sollte oder nicht. Mit anderen Worten heute Nacht war ich einmal "Schlaflos in Essen" (* Hallo Pam die Nacht war noch nicht vorbei, als ich Dich zutextete, Sorry dafür und Danke für Dein außerordentlich gutes Buch ;))

Rückblende

Vor fast genau einem Jahr (es war der 22.02.2012) brachte mein Chef die Sache ins Rollen, indem er mir seinen Betrieb andiente. 

Die Panik vor der Verantwortung sowie der bereits bestehende wirtschaftliche Druck (Ich hatte gerade ein neues Auto finanziert, hatte vorher so ca. 7.000 Euronen erfolglos in das alte versenkt und nun sollte ich eine solche Wahnsinnssumme finanzieren?) brachten mich so aus der Fassung, dass ich meine bis dahin mühsam bewahrte Selbstdisziplin nicht länger aufrecht erhalten konnte. 

Durch Daniela bereits vor Monaten auf die richtige Spur gebracht wusste ich natürlich um meine Transsexualität, hatte ich doch inzwischen sehr viel nachgeschlagen. Bis zu diesem Tag konnte ich mir einreden, dass ich das unter Kontrolle habe, dass ich mit der von mir gefundenen Lösung würde leben können.  (Pustekuchen, da hast Du dich wohl ziemlich getäuscht, Dirk! - LG Dana)

Mehr oder weniger lustlos trieb ich in den folgenden 10 Tagen die erforderlichen Arbeiten voran, während meine Unsicherheit immer mehr wuchs und gleichzeitig mein Handeln immer weiter lähmte, bis ich mich bewusst dazu zwingen musste irgendwas zu tun. Es fühlte sich so an als ob mein Herz in einer Schraubzwinge festsaß, die sich immer weiter zuzog.

Ich hatte Angst, nein Panik, mich den mich umgebenden Menschen zu offenbaren, meine "Schwäche" einzugestehen. Angst vor den vermutlichen Folgen wie Verlust meiner Familie, Verlust meines Arbeitsplatzes, meiner mühsam erreichten Stellung in der Gesellschaft.

Nun kam Anfang März auch noch die Abrechnung meiner Direktversicherung, die mir auch noch eindrucksvoll bestätigte, dass ich tot mehr Wert war als lebendig. Und so begann ein Plan in mir zu reifen:

Meine Versicherung würde ausreichen meine Lieben zunächst zu versorgen, und wenn es ein Unfall wäre legt die Unfallversicherung noch ein hübsches Sümmchen oben drauf, das sollte ausreichen die Ausbildung meines Sohnes sicherzustellen. Die Restkreditversicherung bezahlt meine Schulden und der neue Wagen kann ja auch wieder zu Geld gemacht werden. Die Wohnung ist abgezahlt und die Rente spuckt auch noch was aus.

Warum zum Teufel sollte ich mich dann bitte Outen? Für alle wär`s ein tragischer Unfall und ich bin meine innere Zerissenheit für immer los.

Ich suchte mir einen Tag aus, an dem ich nicht nachts ins Büro fahren würde, zog auch bewusst nichts an, was Fragen aufwerfen würde, legte die Versicherungsabrechnung auf den Schreitisch zu den anderen Unterlagen die ich versprochen hatte am folgenden Wochenende endlich abzulegen, damit Elke diese im Bedarfsfall auch sofort zur Hand hat, ging ins Schlafzimmer, busselte den Kleinen, weckte meine Frau mit einem leidenschaftlichen Kuss und verabschiedete mich "Bis später."

Ich parkte direkt vor dem Zugang zum Büro auf dem Mittelstreifen einer stark befahrenen Strasse, damit es hinterher so aussehen würde, als ob ich Traumtänzer ohne zu gucken zum Wagen gegangen wäre und ging dann erstmal widerwillig meiner Arbeit nach. Als ich dann nach getanem Werk meinen Plan in die Tat umsetzen wollte, fühlte ich mich zum ersten mal seit Wochen wieder frei. Frei zu denken, frei zu handeln.

Doch ging etwas "schief" - ich hatte den LKW, der meinem Leben ein Ende setzen sollte schon im Blick und wollte los, als mich ein Nachbar aus dem Haus von hinten ansprach, ob ich ihm eben helfen könnte ein paar Sachen  in seine Wohnung zu tragen. Ich muss ihn damals angesehen haben wie einen Geist, denn er musste die Frage wiederholen, bevor ich reagierte und mit ihm die Brocken hochtrug. Schutzengel sind menschlich, na wenn das mal kein Beweis für einen gütigen Schöpfer ist, dann weiß ich`s auch nicht!

Doch vom Druck befreit konnte ich auf einmal wieder klar erfassen, was ich da grade zu tun im Begriff war und bekam einen regelrechten Ekelanfall vor mir selbst, nachdem alles oben war, ging ich einmal um den Block und betrat noch einmal das Büro, um zu suchen.

Doch diesmal suchte ich nicht den Tod, sondern Hilfe und bekam den Termin im April, der meine heutige Verwandlung erst möglich machte.

Nachtrag

Liebling ich erzählte Dir bereits, dass ich mit dem Gedanken spielte, doch wie wenig fehlte, traute ich mich nicht Dir zu erzählen.

Montag, 18. Februar 2013

Unverhofft kommt oft

Ich bin, wie ich bereits schrieb, gerne an der Ostsee. 

Doch diesmal kam es völlig unverhofft zu einer Reise in den hohen Norden. Nachdem ich letzte Tage eigentlich mit Sack und Pack zu unserer Villa Kunterbunt wollte, was aber wegen nicht genehmigter Urlaubsanträge scheiterte, kam das Falsche gerade zum richtigen Zeitpunkt:

Eine Freundin rief uns an, dass ein Wintersturm unseren Strandkorb von der Terasse in eine nachbarliche Hecke gedrückt hat, und das die Schutzhülle irgendwo im drei Meilenradius wieder aufgetaucht sei.

Diverse "Schäden" (häßliche Kratzer) an den Schutzplanken der Terasse, ein verzogener Strandkorb und ein paar abgebrochene Heckenbüsche waren dann der Auslöser meinem Chef die Zähne zu zeigen und doch zu fahren. 

Beim beheben der kleineren Schäden und richten des Strandkorbs merkte ich dann die ersten Veränderungen der Hormontherapie. 

Obwohl diese nun erst einen Monat läuft und somit eigentlich noch gar nicht viel bewirkt haben kann, bin ich bei den erforderlichen Arbeiten ungewohnt schnell ermattet

Den Strandkorb, den ich noch vor drei Monaten mit Leichtigkeit auf der Terasse dekorierte und mit Plane gegen Regen und Schnee schützte, konnte ich kaum noch anheben und das verzurren der Plane wurde zum Alptraum. - Dafür steht er jetzt mit Sicherheit so, dass er zumindest nicht mehr durch die Gegend gewirbelt werden kann.

Einige der Schäden konnte ich leider nicht sofort wieder in Ordnung bringen, so dass ich beim nächsten Termin um Ostern  herum wohl einiges an Material besorgen muss.


Donnerstag, 7. Februar 2013

Einer jener Tage...

also Gestern war wieder einmal einer jener Tage, die wohl jeder kennt - Nichts aber auch wirklich gar nichts will so klappen, wie Frau sich das so wünscht.

Erst wird der Wecker erschlagen mit dem Gedanken in 5 Minuten aufzustehen, nur um eine 3/4-Stunde später von meiner Frau geweckt zu werden ... "Hey - Du bist wohl wieder eingeschlafen ;)"

Klar bin ich das, aus welchem Grund auch immer hat sich mein Sohnemann heimtückisch ins Bett geschummelt und sich angekuschelt. Das gleichmäßige Atmen in Verbindung mit der zusätzlichen Wärme meiner kleinen Wärmflasche hat wohl auch den letzten Rest der noch vohandenen Selbstdiziplin vertrieben.

Also quälte ich mich aus dem Bett, schlurfte ins Bad und began das morgendliche Werk, hatte schon den Rasierschaum im Gesicht, als mir siedend heiß einfiel: (STOP was machst du da, morgen ist wieder Epilation angesagt, du darfst dich nicht rasieren, sonst wird das nix.)

Also wieder runter mit dem Zeugs und mürrisch in den Spiegel geschaut.... (Klasse - Frau mit Bart, hoffentlich kommen heute keine Mandanten )


Schminken? - (Vergiss es, die Tönungscreme über den Bartstoppeln macht dich nur zur Lachnummer)

Also nur ein wenig Creme und es muss gut sein, aber die Haare, da musst du ran, Also Kopf unter Wasser, Grabsch das Shampoo... Klasse, leer! - taptropftaptaptropf neue Flasche aus dem Vorratsschrank geholt und weiter geht`s!  Auspülen, Spülung? (Mrksgefyrr! Schon wieder leer!)  - kantapperkantapper - Vorratsschrank? Keine Spülung! - Supi :) muss es eben ohne gehen.  (wenn das so weitergeht geh ich wieder ins Bett)

Kurz und gut, wer im Winter schon mal versucht hat Haare ohne Spülung zu fönen, weiß was nun kommt:

Stichwort: statische Elektrizität

Brzbrzbrrrrrrrz und fertig ist eine Frisur, die mit Albert Einsteins` sehr große Ähnlichkeit hat, nur dass es bei Ihm keine Rolle spielte was sich auf dem Kopf so tummelte, war man seinerzeit schon froh auch nur Ansatzweise  zu erahnen was in seinem Kopf so vorging, sobald er sich zu etwas äußerte.

Zwischenzeitlich kam Elke dann auch nochmal ins Bad, sie kam, sah, lief rot an und meinte zwischen diversen Lachkrämpfen nur ich sollte besser mal zum Fenster raussehen. Ich liebe es jemandem ein Lächeln auf´s Gesicht zu zaubern, das hier war aber wenig schmeichelhaft, aber was soll`s!

Hurra der Winter - er ist wieder da!

Als ich dann nach meinem Arbeitsweg, der gewöhnlich in 20 Minuten zu bewerkstelligen ist satte zweieinhalb Stunden später das Büro betrat, sah ich nicht nur lustig aus, -  nein, nein es wartete bereits Kundschaft auf mich und zu allem überfluss ein Jahresmandat. (Leute, die nur einmal im Jahr kommen)

Die betreffende Dame wusste also noch nicht was mit mir los ist, bevor sie mich denn so Stereo, Live und in Farbe mit voller Wucht abbekam.  ... (Ogottograus - wärst du doch bloss wieder ins Bett gegangen)


Ich könnte jetzt so weiterschreiben, was ich mir mal lieber schenke - der Rest des Tages verlief in einer Tour auf genau dieselbe Weise.

Ich beschränke ich mich auf die Aussage, gestern eine große Menge Menschen augenscheinlich sehr,sehr glücklich gemacht zu haben.



Dienstag, 5. Februar 2013

Sinnkrise(n) ?

Keine Bange, ich befinde mich in keiner und habe für mich beschlossen auch keiner mehr freiwillig aufzusitzen.

Ich weiß derzeit nicht was los ist, aber vielem was ich in den letzten Tagen gelesen habe, kann ich eine gewisse Frustration entnehmen, die langsam um sich greift. Ob es sich hierbei um eine durch das Sauwetter verursachte Verlängerung des Winterblues handelt? Ich weiß es nicht.

Jedoch haben mich einige der Postings der letzten Zeit beim lesen ziemlich traurig gestimmt und dazu gebracht meinen Senf hinzuzugeben, wo ich es ursprünglich nicht vorhatte: nämlich als Kommentar in den betroffenen Blogs.

Das versetzt mich zwar nicht unbedingt in eine gewisse Staatstrauer im Bloggerland, regt mich aber mal wieder zum Nachdenken an. (Ogottogott was ist das und werd ich das mit Penicilin wieder los?)


Um mich jetzt nicht allzusehr zu verzetteln, picke ich mir gerade einmal den Blog der in meiner Heimatstadt ansässigen Pamela heraus, da es gerade dieser ist, der mich jetzt grade mal am meisten bewegt:

schlaflosinessen.blogspot.com

Pamela beschreibt hier in Ihren Postings Ihren Werdegang: 

alltägliches, informatives und halt auch immer sehr persönliches - kurz und bündig:

Dinge, die einen jeden angehen, wenn man sich die Mühe macht sich mit der Gesellschaft auseinander zu setzen und bereit ist sich auf andere einzulassen.

Die überzeugende Art und das persönliche Engagement, die Anliegen von transidenten Menschen einem größeren Publikum näherzubringen, ohne gleich die Erwartungshaltung der potenziellen RTL2 - Transgender - Zuschauer zu bedienen finde ich persönlich hervorragend. 

Sei es das Interview in der WAZ oder auch der Mut sich für eine Sache auch vor die Kamera zu stellen ist mit Sicherheit nicht jedem gegeben.

...und doch kam gestern bei Pam die Frage auf:  Warum? - Wofür? - Lohnt es sich überhaupt?


Die Frage lässt sich für mich aus folgenden Gründen mit einem klaren JA beantworten:

  • persönliches Engagement lohnt sich immer, auch wenn der Erfolg nicht immer sofort greifbar ist
  • selbst wenn Ihre Selbsteinschätzung von "nur" 100 erreichbaren Personen stimmen sollte, denke ich ist dies ein Erfolg, wenn dadurch die Lebensumstände auch nur einer hiervon positiv beeinflusst werden.
  • es widerstrebt mir mich geschlagen zu geben, wenn ich es noch nicht bin, ich will sagen: solange wie man Menschen erreicht - egal wieviele - zeigt das doch, dass es nicht umsonst ist.

Die Wahrnehmung des Erfolgs hängt natürlich auch immer mit der selbst angelegten Erwartungshaltung zusammen:

Früher wollte ich immer mit dem Kopf durch die Wand, in der unter genauer Betrachtung nur ein Schritt zur Seite eine Tür war. Ich wollte alles erreichen, jetzt hier und nachhaltig.... mit der Folge, dass ich in vielen Fällen mein Umfeld vor den Kopf stieß und nicht erreichte was ich wollte - oder nur unter größter Mühe.

Meine frühere eher jugendliche Einstellung die Welt verbessern zu wollen hat sich geändert seit ich erkannt habe, das kleine Schritte besser durchsetzbar und nachhaltig wirksamer sind als zu vieles zu schnell zu wollen.

Ich weiß, dass es frustrierend ist, nicht sofort einen "AHA-Effekt" bei den Leuten zu bewirken. Wenn dieser aber einsetzt, ist dieser meist auch von Dauer.

Pam, solltest Du das hier lesen - zumindest mir hat Dein Blog bisher etwas gegeben. - Als vor ca. einem Jahr meine Situation akut wurde, habe ich mir alle Informationen die ich bekommen konnte an Land gezogen. Blogs, Webseiten, Bücher - was sonst nicht noch alles.

Das was mir in jener Zeit am meisten half waren nicht die Medien, die den Informationen zugrunde lagen, sondern die Menschen dahinter und wie sie leben. Auf Deinen Blog bin ich zugegeben erst später gestoßen, er hat mich jedoch beeindruckt. - Lass Dich nicht unterkriegen ;)


Was die Lebensumstände der betroffenen direkt beeinflussen kann ohne die Bevölkerungsgesamtheit ändern zu wollen ist die Veränderung an sich selbst zu suchen.

Vielleicht reicht es vielen auch, wenn man in der Selbstbetrachtung  von einem 

"Es geht mir schlecht, aber auf verdammt hohem Niveau"

 was vor einem Jahr mein Credo war, zu einem 

"Es geht mir gut, aber mit diesen und jenen Abstrichen"

 wechselt - der Perspektivwechsel eröffnet den Zugang zu neuen Energien und Betrachtungsweisen.






Montag, 28. Januar 2013

Dana wird amtlich


nachdem ich es ja bereits im Dezember angekündigt hatte, habe ich zwischenzeitlich meinen Antrag auf Namens- und Personenstandsänderung beim für mich zuständigen Amtsgericht in Dortmund eingereicht.

Wie immer wenn man sich vorgenommen hat, etwas zu einem bestimmten Zeitpunkt zu tun, hat es natürlich wieder einmal nicht wie vorgesehen geklappt:

Da ich in meiner mir eigenen Vermessenheit das Recht herausnehmen wollte zu normalen Zeiten ein Amt zu besuchen, um mir die erforderliche Abschrift meiner Geburtsurkunde und die aktuelle Meldebestätigung abzuholen stand ich zunächst einmal vor verschlossenen Türen, da die Außenstelle des Bürgeramtes natürlich nicht ständig besetzt ist.

Gut, dann komme ich halt morgen wieder nur um festzustellen, dass auch an diesem Tag aus für mich nicht eindeutig feststellbaren Gründen das Amt verriegelt ist.

Ok, denke ich mir ist halt ein Fall von "Servicewüste Deutschland" und habe mich dann also wieder einen Tag später beim Amt eingefunden. Siehe da, es ist offen - Chance genutzt, rein da, nümmerchen ziehen und schon auf die Fahrt nach Dortmund freuen - So zumindest war der Plan, doch wie immer:

Im Leben ist es so, doch in Ämtern ganz anders:

Nach der unglaublichen Wartezeit von nur 24 Sekunden war auch mir klar, dass das Amt nicht ständig besetzt sein muss, es ist ja außer mir kein Mensch weit und breit zu sehen. - Jetzt könnte ich mich fragen wofür die Nummer gut ist - allein das System muss ein Vermögen gekostet haben - aber darum geht`s jetzt nicht.

Kaum war ich im Amtszimmer, ging es auch schon damit los, dass ich nur die Meldebestätigung haben kann, für eine Abschrift der Geburtsurkunde fehlen die Kompetenzen - Die bekomme ich nur im Hauptamt in der City.
Wer mich aus meinem früheren Leben kennt, weiß das ich im Normalfall spätestens jetzt mit Tempo 350 auf Konfrontationskurs gegangen wäre. Doch Happy wie ich derzeit durchs Leben wandele, blieb ich freundlich und wurde entsprechend belohnt:

Auf meinen Einwand, mir würde eine beglaubigte Kopie aus meinem von mir mitgebrachten Stammbuch reichen, bekam ich einen wertvollen Tipp:

Eine beglaubigte Kopie könne Sie mir gerne erstellen, aber das wird nur etwas kosten und mir nichts nützen! 

Die Kopie meiner Geburtsurkunde im Stammbuch spiegelt unter Umständen nicht wieder, was im behördlich geführten Original festgehalten wird und kann (muss nicht) seitens des Gerichts verworfen werden.

Solche Fälle wären z.B. wenn ich bei der Hochzeit den Namen meiner Frau angenommen hätte oder andere Namensänderungen.

Ok, du hast noch 40 Minuten Zeit um während der Öffnungszeiten hinzukommen also los. Völlig abgehetzt komme ich also endlich im Gildehofcenter in der City an, zieh ein Nümmerchen und siehe da ich bekomme das ersehnte Dokument. - Dortmund ich komme!

So, eine weitere Stunde später komme ich in der Gerichtsstraße in Dortmund an und stelle fest, dass ....

na klar, die Öffnungszeiten liegen natürlich nur im normalen Arbeitszeitbereich, den berufstätige niemals schaffen können.

(Mal ehrlich: wenn Bezirke eines Amtes oder Gerichts mehrere Städte umfassen, fände ich es eine Selbverständlichkeit die Öffnungszeiten so zu legen, dass es einem normalsterblichen auch möglich ist diese einzuhalten)

Naja - egal, ich bin meinen Antrag dann halt am Portal losgeworden statt mit der für mich zuständigen Rechtspflegerin noch ein Pläuschchen zu halten. Schade, ich hatte gehofft ein persönliches Gespräch hätte den Vorgang beschleunigen können.

So, also ist nun auch bei mir die Zeit des Bibberns angebrochen, in der ich auf die heißersehnte Post des Gerichts warte. Zumal es nun fix gehen muss, einer der von mir vorgeschlagenen Gutachter geht dieses Jahr in den wohlverdienten Ruhestand und ich würde mir ungerne auf die letzte Sekunde noch einen neuen suchen müssen.


Samstag, 19. Januar 2013

Vorsätze

Das neue Jahr ist noch verhältnismäßig frisch (naja, Fisch würde jetzt schon stinken) und schon werde ich meinem Vorsatz den anderen Schreiberlingen das Feld zu überlassen untreu :)

Naja, auch der Vorsatz mit dem Rauchen aufzuhören bevor die Hormontherapie beginnt, konnte ich nicht einhalten, gebe jedoch mein Bestes.

Die Tatsache, dass ich heute zu Euch schreibe liegt im wesentlichen daran, dass ich beschlossen habe mal zwei Gänge runterzuschalten. Der mir selbst auferlegte Zeitplan ist durch Außeneinwirkung gewaltig ins trudeln geraten und ehrlich gesagt habe ich derzeit keine Lust das wieder rauszuholen.

Durch Krankheit und betriebliche Belange habe ich von 26 Terminen in der Schule nur 18 einhalten können und um das wieder aufzuholen müsste ich jetzt zwei Wochen Zeit investieren, die ich mir nicht erlauben kann.

Da mein Chef auch gerade in die nun immer offensichtlicher werdenden wohl eher  mir zugedachten Zahlungsschwierigkeiten kommt, ist derzeit auch die Erhaltung meines  Arbeitsplatzes wichtiger als meine Fortbildung, zumal ich die Übernahme der Praxis eh nicht mehr mit dem Elan anstrebe, den ich noch Mitte letzten Jahres hatte - um genau zu sein, träume ich immer öfter davon meinen Wohnort zu wechseln und ich neige derzeit dazu meine Träume lieber in der mir gegebenen Zeit zu realisieren, als sie verkümmern zu lassen.

Nichtsdestotrotz bin ich derzeit noch ans Ruhrgebiet gebunden, da ich vor einem solchen Schritt natürlich erstmal meine zahlreichen Baustellen hier beenden muss.

Immerhin kann ich vermelden, dass meine privaten Wünsche derzeit alle in Erfüllung gehen:



  • Meine Frau und ich lieben uns bald mehr als jemals zuvor
  • Mein Sohnemann entwickelt sich prächtig
  • Alte Freunde, die ich aus Angst, den Kontakt zu verlieren nicht informierte unterstützen mich
  • Mein privates und berufliches Umfeld akzeptiert mich so wie ich bin
  • und schlußendlich hat meine Hormotherapie endlich beginnen können

Hormontherapie ist im übrigen auch ein klasse Stichwort: nach einem tollen Beratungsgespräch mit meinem Endokrinologen haben wir die HRT mit 

  4,0mg                Estradiol
12,5mg                Cyproteronacetat (Androcur)

täglich begonnen


Da Androcur nicht unbedingt mein Favorite war, habe ich mich mit meinem Doc sehr lange unterhalten, wobei er mich überzeugen konnte, dass dieses Präparat für meinen Gesundheitszustand und unter Berücksichtigung meiner Blutwerte und der vergleichsweise niedrigen Dosierung das verträglichste Arzneimittel ist.

Und siehe da, ich schlucke dieses Teufelszeug nun schon fast 10 Tage, ohne das mir hörner wachsen,das Kinn abfällt oder gar die Stimmung im Keller ist :)

Im Gegenteil, ich hätte vielleicht mehr über die Nebenwirkungen des Estradiols fragen sollen als nach denen des Androcur.

Ich gehöre wohl zu der relativ kleinen Gruppe von Menschen, auf die Estradiol nicht nur Stimmungsaufhellend, sondern fast euphorisierend wirkt, meine Stimmung ist seit dem vierten Tag ( da fings langsam an ) Hormoneinnahme praktisch so zu umschreiben:

Der- oder dasjenige was mir das fast schon chronische Lächeln aus dem Gesicht vertreibt, bringt mich praktisch schon fast zum weinen.

Mit anderen Worten, das Leben ist derzeit ein ziemliches Chaos der Gefühle, deren Bandbreite ich derzeit noch zu sortieren versuche.

Immerhin ist die Tendenz,

dass ich praktisch 80% meiner wachen Zeit ein Lächeln auf den Lippen habe und praktisch nix ernst nehmen WILL (und nicht, "nicht kann"!) :)

und nicht das Trauerklößchen, was auf die Chance zum heulen wartet. - Ist doch auch mal was.

Obwohl das mit dem heulen ist wenns kommt ziemlich emotional^^ - Ich habe mir zum ersten mal seit dem Tod meines Vaters den Film Frequency angesehen (Ihr wisst schon, den Schmachtfetzen, wo Dennis Quaid in der Rolle als Cop auf einmal via Funk mit seinem bereits verstorbenen Vater spricht und diesen im Endeffekt rettet) und war am Ende so am Wasser gebaut, dass mir die Wimperntusche am Kinn hing.

Hihi - ich hab`s genossen ;)


Samstag, 22. Dezember 2012

Weihnachtsgrüße

Hallo Ihr lieben,

ich wünsche Euch allen ein schönes Weihnachtsfest, und für das kommende Jahr
alles Liebe, Gute und dass alle Eure Pläne und Wünsche in Erfüllung gehen mögen.

Eure Dana

Wir nähern uns dem Ende

Hihi, nachdem wir ja jetzt alle das vermeintliche Ende der Welt überstanden haben, wird es für mich Zeit das vergangene Jahr zu betrachten, bewerten und mir Gedanken über das kommende zu machen.

Ein verrücktes, aufwühlendes, aufpeitschendes, niederschmetterndes und wiederaufbauendes Jahr liegt im wesentlichen hinter mir und im Nachhinein betrachtet kann ich nur sagen, dass sich alles so gefügt hat, wie es sein sollte.

Sicher auf einige Erlebnisse und Fügungen hätte ich gerne verzichtet, doch auch (oder gerade?) die unangenehmen hiervon haben mich und meine Sicht der Dinge geprägt und ermöglichen mir an Ihnen zu wachsen, sie zu überwinden und mich neuen Herausforderungen zu stellen.

Würde ich heute alles noch einmal so machen? ..... ganz klares:  Jein!

JA:

Ich würde nach einem vergleichbaren Zusammenbruch wieder dafür entscheiden meiner inneren Bestimmung zu folgen, mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen.

Ich würde mich auch wieder dafür entscheiden alles zu tun, meine Beziehung intakt zu halten. Der Erfolg meiner Bemühungen und die Aufrichtigkeit meiner Partnerin gegenüber habe ich es zu verdanken, dass diese mich nicht verließ sondern unterstützt. Ich weiß nicht ob ich ohne meine Familie an meiner Seite endgültig zerbrochen wäre, gehe aber mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus.


NEIN:

Das berufliche Chaos und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für mich und meine Situation würde ich heute nicht mehr tolerieren.

Aus heutiger Betrachtung muss ich vieles, was ich zu beginn des Blogs geschrieben habe anders beurteilen und bedauere meine Entscheidungen bezüglich der geplanten Betriebsübernahme. Wenn ich gewusst hätte, wie sehr mich ein Mensch enttäuschen kann, dem ich Jahrzehntelang meine Loyalität geschenkt und vertraut habe, hätte ich dankend abgelehnt.

Was ich damals verflucht habe, nämlich die Betrachtungsweise des auf mir lastenden Drucks aufgrund der falschen Psyche im richtigen Körper wandelte sich im laufe der Erfahrungen die ich gewinnen durfte in die Einstellung, dass das richtige Bewusstsein sich nun den Körper holt, den es zum existieren braucht.

Ich würde mich in meinem Bemühen mein Ziel zu erreichen niemals wieder und durch keinen noch so guten vorgeschobenen Grund an der Verwirklichung meiner Interessen hindern lassen. Das mehrmalige aufschieben meines Alltagstests war unnötig und dumm.

Ich würde wahrscheinlich auch keinen eigenen Blog mehr verfassen, obwohl es mir gerade in der Anfangsphase sehr geholfen hat. Als Autor tauge ich nicht wirklich, und ob mein belangloses geschreibsel auch nur irgendwem außer mir selbst geholfen hat, wage ich zu bezweifeln.

Andere, wie zum Beispiel Svenja, Corinna, Andrea oder Inka und viele andere mehr können das bedeutend besser und interessanter als ich.

Diana - der Name der unter anderem auch dem vorliegendem Blog seinen Namen gab, entstand durch wahl eines Familienrats, da der von mir ursprünglich gewählte Name zu exotisch anmutete. Nach langem überlegen bin ich zu dem Schluß gekommen diesen noch einmal leicht abzuwandeln. Auf meinem am 31.12. diesen Jahres einzuwerfendem Antrag beim Amtsgericht wird der bekannten Diana der von mir zwischenzeitlich liebgewonnene Rufname Dana vorangestellt.


Doch was bedeutet das jetzt alles und wie geht`s weiter?

Dies wird für einige Zeit der vorletzte Post eines von mir verfassten Blogs sein, da ich derzeit nicht über die nötige Zeit verfüge diesen weiter zu bedienen. Ob ich zukünftig mal weitermache oder ein neues Projekt starte hängt im wesentlichen von der Zukunft ab.

Bei mir persönlich passieren (nach Planung) noch folgende Dinge:

2014

Endgültiger Start der HRT am 14.01.2014
Schulbesuch der Steuerfachschule bis Oktober 2014
Hoffentlich bis dahin VÄ/PÄ durch
Prüfung zur Steuerberaterin mit hoffentlichem Erfolg
(Zeitraum Oktober 2014 / Februar 2015)


2015

Job- oder Kanzleisuche in Schleswig-Holstein
Umzug
angleichende OP

und sie lebte glücklich und zufrieden an der Seite Ihrer lieben



Was mir noch wichtig ist:

Alltagstest: Ganz im ernst, jeder sollte diese Erfahrung machen, es stärkt gewaltig das Selbstvertrauen - weit besser als die meisten sg. Managerseminare - nur leider kommen die meisten nicht sonderlich gut damit klar.

Ich habe letzte Tage leider einen Bericht von Nina über meine Heimatstadt, dem Verhalten der Bewohner gelesen und auch kommentiert.

Wie ich in meinem Blog mehrfach erwähnt habe bringe ich bei weitem nicht die Idealvoraussetzungen für ein perfektes Passing mit und habe mich auch damit abgefunden nicht die nächste Schönheitskönigin zu werden.

Und trotzdem ist es mir ohne weiteres möglich mich weitestgehend ohne Belästigungen durch eine Stadt zu bewegen, die einer jungen und weitaus unauffälligeren Frau mit blöden Bemerkungen daherkommt. - Wie ist das möglich?

...relativ einfache Tipps:


  • Nimm die Alltagserprobung nicht als "Test", das ist die Rolle Deines Lebens, nimm sie an.
  • bewege Dich selbstbewußt - zielgerichtetes Handeln macht Dich unauffälliger und unangreifbarer
  • vermeide jegliche Form der Unsicherheit. Unsicherheit,die offen zur Schau gestellt wird, zeigt wie eine orange Leuchtreklame auf Dich, wenn Du dich in einer Menschenansammlung bewegst. Biofrauen,  haben das Problem nicht - sie können ja nicht "durchschaut" werden. Im Gegenteil -mache setzen diesen Umstand gezielt ein in der Hoffnung, dass jemand hilfsbereitschaft zeigt
  • Natur pur - Ich verzichte konsequent auf den einsatz von Perücken - eigene Haarpracht sieht (gerade am Anfang) zwar Käse aus, wirkt aber um ein vielfaches natürlicher. das Problem eines Pfiffis ist grundsätzlich dass die Dinger zu perfekt daherkommen, sowas gibts in der Normalität nicht.
  • lache gern, lache viel und vorallem lach mit den anderen über den Narren zu dem du dich anfänglich oft machst - das bricht das Eis und eröffnet die Möglichkeit andere zu überzeugen.
  • sei du selbst und versuche nicht jemand anderen zu kopieren, das wirkt immer unfreiwillig komisch, bis du das perfekt drauf hast und selbst dann hast Du immer das Problem eine Rolle zu spielen, der Du nicht entsprichst mit der lupenreinen Folge, dass Dich jeder doppelt und dreifach auf "Fehler" scannt.
Gerade der letzte Punkt ist der schwierigste. TS sind schon durch das Leben vor der Transition so sehr daran gewöhnt eine Rolle zu spielen, dass dies einfacher erscheint als sich auf sich selbst zu verlassen.

Wie gesagt, ich sehe bestenfalls "gewöhnungsbedürftig" aus und habe mit dem vg. Verhalten (inzwischen) NULL Probleme, selbst in einer Stadt wie Essen.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

♥ Weiße Aussichten ♥

Nachdem heute der Schnee mit Nachdruck für winterliche Gefühle sorgt, denke ich, ich lasse trotz all dem Stress mal alle fünfe gerade sein und baue gleich mit Nicko einen Schneemann :)

Ist schon seltsam was die Witterung mehr oder weniger für einen Einfluss auf das Wohlbefinden haben kann:

Obwohl ich nie wetterfühlig war und mir als Herbstkind eigentlich auch nie der Winterblues zu schaffen gemacht hat, erlebe ich dieses Jahr für mich erstaunliche Stimmungsschwankungen, wenn sich draußen was tut.

Allein früh am Morgen aus dem Haus zu gehen, während die dicken Flocken lustig tanzend zu Boden rieseln hat mir heute einen so gewaltigen Schub gegeben, dass ich ausgelassen wie ein Kind schlitternd und Schneebällewerfend mit meinen Kollegen rumgejuxt und soviel gelacht habe wie seit Wochen nicht.

Klar, so ein Schneechaos ist in der Großstadt zumindest für die Autofahrer ein Problem und ich verstehe -zumindest vom Kopf her - auch, warum viele über das Wetter schimpfen und fluchen, Meinem Bauchgefühl ist das aber völlig wurscht.  

Auch wenn der Wintereinbruch nur von kurzer Dauer sein sollte, bin ich froh und dankbar für jedes Flöckchen, dass diese häßliche graue Stadt* in ein weißes Kleid hüllt und damit in einen schöneren Ort verwandelt. 

Auch andere Wettererscheinungen sprechen mich dieses Jahr deutlich stärker an, als früher. Ich bin in diesem Jahr z.B. des öfteren gerade wegen des Nebels spazieren gegangen wenn die Zeit dafür reichte und habe es jedesmal genossen, welchen Eindruck die Natur in mir hinterließ (den heißen Tee danach natürlich auch ;) )



*Kleine Anmerkung: Die Aussage betrifft den Innenstadtbezirk von Essen, wo ich so meine Arbeit zu nehmen Pflege



Dienstag, 20. November 2012

What goes up....

... must come Down!

Ich hätte es Wissen müssen soviel Gutes kann die Realität nicht durchgehen lassen! Nachdem mein letzter Bericht noch mit positiver Erwartungshaltung geendet hat, hat mich jetzt die Realität wieder fest im Griff:

Rückschlag Nr. 1

Die Hormonuntersuchung zum Beginn meiner HRT ergab ein für mich unerwartetes und sehr unangenehmes Ergebnis. Statt mit meiner Hormontherapie begann ein gesundheitliches Spießrutenlaufen:

In den letzten Jahren hat sich - von mir völlig unbemerkt - ein Diabetes Typ II breit gemacht und hätte nicht Komissar Zufall auf die Sprünge geholfen, wüßte ich bis heute nichts. Die Tatsache, dass vor einigen Jahren mein bisheriger Hausarzt verstarb, in Verbindung mit meiner Eigenheit Krankheiten eher zu ignorieren als diese auszukurieren hat dies natürlich begünstigt. Soviel steht fest: ich hab`s selbst vergeigt. 

Den Satz "Vorsorgeuntersuchung? - Was soll denn der Quatsch, Sie sehen doch - ich bin Kerngesund!", mit dem ich in der Vergangenheit meinem neuen Hausarzt den Wind aus den Segeln nahm, bereue ich nun zutiefst. 

Solange ich meine Zuckerwerte nicht wieder annähernd in den Griff bekomme, steht -zumindest nach Empfehlung des Endokrinologen- dem Beginn der Hormontherapie meine Lebensführung im Weg. 

Klar, meine Ernährung ist seit dem Abspecken im Frühjahr sicherlich nicht die schlechteste, bietet aber zumindest einen kleinen Ansatz für Verbesserungen. Wie ich in meinen täglichen Ablauf jedoch noch regelmäßigen Sport integrieren soll, das ist eine Frage, die mir selbst die Mutter der Organisation oder der Vater der Zeit nicht beantworten können.

Bitte versteht mich nicht falsch, hierbei geht`s grade nicht um faule Ausreden - bis vor ca. 6 Jahren war ich durchaus sportlich, und bin auch heute dem Thema vom Grundsatz her nicht abgeneigt. Zumal es mir - wenn man mal von Kraftsport, der sicher kontraproduktiv wäre absieht - helfen würde, die von mir angestrebte Figur zu erreichen.

Doch seit der Geburt meines Sohnes verausgabte ich mich zunehmend auf anderen Baustellen, bis das Fahrrad verrostet und die Sohlen der Laufschuhe wegen jahrelanger falscher Lagerung brüchig waren.

Jetzt stehe ich vor der Aufgabe einen 8-12 stündigen Arbeitstag, eine zeitintensive Wochenend- und Abendschule, das nacharbeiten des Gelernten, meine häuslichen Pflichten und Sport irgendwie in Einklang zu bringen. - Das wird eine harte Nuss!

Rückschlag Nr. 2

Durch eine nicht gänzlich auskurierte Erklältung aus dem September habe ich bereits seit drei Wochen mit einer Mandelentzündung zu kämpfen, die jegliche logopädische Übung zu einer sehr interessanten Erfahrung macht, wenn man auf Schmerzen steht und seine Umgebung mit seinem Gekrächtze vertreiben will.

Da ich mir weder aus dem einen noch dem anderen etwas mache, habe ich die Behandlung auf Eis gelegt, bis der Hals wieder mitspielt. 

Eis ist auch so ein Stichwort - bis dato half mir in ähnlichen Fällen das konsumieren von größeren Mengen Häagen Dasz, das ich mir aufgrund der obigen Diagnose krampfhaft verkneifen muss. In fieberwahnähnlichen Zuständen erscheinen vor meinem geistigen Auge Berge meines Lieblingseises und ich muss mich zwingen den Autoschlüssel wieder aufzuhängen und den Satz "Liebling, brauchst Du was von Kaiser`s?" runterzuschlucken, bevor ich meine Phantasien auch noch wahr mache.

Rückschlag Nr. 3

Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen verstärkt sich mein Bartwuchs wieder. Die IPL-Therapie, die bisher so gute Ergebnisse gezeigt hatte, scheint momentan nicht mehr anzuschlagen oder die Haarwurzeln haben aus der Not eine Tugend gemacht und benutzen das reinkommende Licht in einer der Photosynthese angelehnten Verfahrensweise zur Regenerierung. Was auch immer der auslöser ist, das Ergebnis sieht fürchterlich aus: Morgens frisch rasiert und geschminkt seh ich noch passabel aus, Mittags wachsen die Haare durchs Makeup und abends mache ich einem Bobtail Konkurrenz   :(   Wenn das nicht bald wieder aufhört, stellt man mich in ein paar Jahren als "Frau mit Bart" auf dem Rummel aus.

Nebenher:

Zwei Wochen absolutes Terminchaos, nachdem mir mein Handy gemopst wurde, ein Hundebiss (nix wildes), 3 Tage Magen-Darm, eine leere Autbatterie, eine tolle Geburtstagsparty, Shopping, Vorbereitung auf den nächsten "Kurzurlaub" am ersten Advent.

Sodele, jetzt seid Ihr wieder auf dem Stand - auch wenn das hier ein ziemlich negativer Beitrag ist, hat das ganze etwas Positives: Ich weiß aus Erfahrung, das wenn man unten ist, der einzig mögliche Weg nach oben führt. ;) 

Montag, 15. Oktober 2012

Villa Kunterbunt

Nee nee, ich mach jetzt keine Werbung für Pippilotta Vikt ....  Ephraims Tochter Langstraps - oder so ähnlich:

Vielmehr habe ich zu verkünden, dass wir unser Feriendomizil in Besitz genommen haben, und mein Sohnemann mittels Straßenkreide auch gleich mal zum Ausdruck gebracht hat, dass Schönheit immer im Blickpunkt des Betrachters liegt.

Nach anstrengenden sechs Tagen in denen ich wahrlich froh über meine -noch- ziemlich robuste Natur war, denke ich haben wir es geschafft uns eine gemütliche (Kuschel)bärenhöhle an der geliebten Küste einzurichten. - Dumm nur, dass nun, wo wir fast alle Kartons ausgepackt haben schon wieder der berufliche Stress auf der Matte steht und uns wieder in die Realität zurückholt.

Um ehrlich zu sein, ertappe ich mich gerade dabei gedanklich den Zweitwohnsitz zum ersten und einzigen zu machen - träumen darf man ja noch.

Nachdem mein Chef mir vor kurzem ein ziemlich bescheuertes und unverschämtes Angebot gemacht hat, habe ich meine angestrebte Selbständigkeit vorerst auf Eis gelegt und konzentriere mich erstmal auf Schule im Allgemeinen und im Besonderen:

  • Nicko kommt nächstes Jahr in die Schule und die Anmeldung muss dieses Jahr noch erfolgen. Gemeinschaftsklassen im Vergleich zum traditionellen Schulsystem, Einzelförderung oder Schulförderung, Halbtags- / Ganztagsschule mit oder ohne Förderverein, blablablabla ich könnte Seiten füllen mit dem Schwachsinn, den die Bürokraten sich ausgedacht haben um einfachen Eltern psychologisch den Rest zu geben. - Denn eines ist sicher: entscheidet man sich jetzt und das Kind erfüllt nicht die Erwartungen des Umfelds, haben die Eltern versagt und nicht das völlig überladene System.
  • Meine eigene Schule sorgt ebenfalls für Frustsituationen, weil der Lehrplan in keinster Weise auch nur eine Entspannungsphase von mehr als 6 Tagen zulässt.
Aber egal heute kann mich Nix runterziehen, das Haus ist eingeweiht, mein Chef geschockt (Unverschämtheit, der hat ja doch einen eigenen Willen ... grmbl ...  XD  und wie der wieder aussieht) und morgen geht meine hormonelle Behandlung los.










Montag, 10. September 2012

Zwischenupdate

Da ich im Augenblick mal wieder etwas mehr eingespannt bin versuche ich kurz und knapp immer mal wieder so die anstehenden und vergangenen Dinge zu beschreiben, damit der Blog nicht wortlos stirbt (Angesichts der relativ kleinen Besucher/Leserzahl wäre dies zwar nicht weiter tragisch, ich habe jedoch die Hoffnung, dass der eine oder andere vielleicht eine wenn auch kleine Hilfe in meinem Geschreibsel findet).

Derzeit ist - wie ich ja bereits erwähnte - wieder jede menge in Bewegung in mein Leben gekommen. Das hängt einerseits mit meiner beruflichen Weiterbildung zusammen, die am 15. September startet und mir für das darauf folgende Jahr sicherlich viel Zeit und Kraft rauben wird. 

Andererseits steht noch immer die Entscheidung über die Art und Weise des Fortbestands meines Arbeitsplatzes aus. - Mein Chef wird noch diesen Monat versuchen der Bank ein finanzierbares Angebot zu unterbreiten, für das ich gerade die Vorbereitungen treffe.

Die Steuerberaterkammer D`dorf hat bereits alle erforderlichen Unterlagen für meine Zulassung zur Steuerberaterprüfung 2013 vorliegen und wurde von mir bereits informiert, dass ich die Prüfung als Frau in angiff nehmen werde. Der freundliche Herr hatte diesbezüglich keine Bedenken.


Gleichzeitig ist jede Menge Bewegung in mein privates Leben und meine Transitionsbemühungen gekommen:


Logopädie

Am letzten Montag hatte ich ein Telefonat bezüglich meiner Logopädie und der langen Wartezeit mit der logopädischen Praxis C. Gerrlich / S. Weber, die mir leider mitteilen musste, dass sich die Situation derzeit leider noch nicht entspannt hat und eine kurzfristige Terminierung nicht möglich erscheint. Die freundliche Dame gab mir jedoch die Telefonnummer einer Berufskollegin, die ebenfalls über erhebliche Erfahrung mit der Behandlung transidenter Menschen verfügt. 

(An dieser Stelle mal ein wirkliches Lob an die vg. Praxis, die Fähigkeit auf einen Umsatz zu verzichten ist in meinen Augen eindeutig ein Zeichen, dass Vollprofis am Werk sind, denen der Behandlungserfolg am wichtigsten ist.)

Ich rief bei der angegebenen Praxis  an und .... 

Tada 

hatte meinen ersten Termin am Freitag. Der Ersteindruck war klasse, die behandelnde Therapeutin super und -was ja auch wichtig ist- sehr nett.

Für die interessierten habe ich auch die Adresse:

Praxis für Sprachtherapie
Alexandra Fröhlich
Lindhorststraße 274
46242 Bottrop

Tel.: 02041-7064888

Die mir beim ersten Termin aufgegebenen Übungen erschienen auf den ersten Blick lustig, haben es aber gewaltig in sich. 

Da bei mir wohl die Atmung für die gewünschte Behandlung nicht so optimal ist, muss ich gerade Atemtraining machen. Etwas so essentielles wie die Atmung umzustellen, die man ja bereits seit Geburt macht, ist gar nicht so einfach.

Es ist schon seltsam, was man so über sich, seinen Körper und sein Verhalten erfährt, wenn man mit den richtigen Leuten spricht.

Ich beabsichtige hierzu in einem separaten Post mehr zu schreiben, bitte jedoch um Geduld, da ich 
a) bisher noch nicht allzuviel weiß 
b) derzeit wirklich kaum über Zeit verfüge.


Epilation

Die Geschichte mit der Nadelepilation nimmt ebenfalls Formen an, Dr. Feldmann hat mir in den vorangegangenen Terminen bereits unzählige weiße Haare entfernt und die gleichzeitig laufende IPL-Therapie macht sich ebenfalls prächtig: 

Frau sieht bereits Behandlungserfolge und haßt das Spiegelbild beileibe nicht mehr so sehr wie noch vor wenigen Wochen.


Hormontherapie

Die Hormontherapie beginnt nach mehreren Terminverschiebungen am 16. Oktober 2012. 

Mit Beginn dieser Therapie werde ich gleichzeitig den Antrag auf Vornamens- und Personenstandsänderung beim Amtsgericht Dortmund einreichen.

Samstag, 25. August 2012

Muskelkater

Ich hatte ja gestern meinen ersten Besuch bei der TS-SHG, also etwas was ich nun wirklich nicht jeden Tag mache und wollte mich ein wenig stylen, was auch durchaus möglich war, da ich nach der gestrigen Epilationssitzung bereits um 14:00 zu Hause war.

Es traf sich, dass just gestern auch meine neue braune Jackenbluse von EGÜ kam und wie ich nun mal so bin, musste ich diese natürlich direkt "ausführen". Doch was kombinieren? 



Leinenhose - check
Leinenbluse - check
Jackenbluse - check
Jaspis-Donut - check

sah Super aus, doch was für Schuhe? Also die beigen Ballerinas funzen nicht, dafür ist die Leinenhose zu lang :( - no check

Also traute ich mich doch mal an meine etwas höheren Modelle, und entschied mich für die braunen 5,5 cm Pumps. - check

Gesicht? Gerötet, empfindlich wegen der Epilation und Hurra, der Bartschatten ist auch wieder da :(
definitiv  - no check

Haare? Immer noch viel zu kurz um irgendwas Sinniges damit anfangen zu können :(
definitiv - no check



Aber was soll`s? - Immerhin ich hatte Spass an dem Outfit und beschloss den ganzen Tag darin zu verbringen, eine Entscheidung die ich heute ziemlich verfluche.^^

Obwohl das laufen wirklich einigermaßen ging, die Füße solange ich die Dinger anhatte auch nicht weh taten, merke ich heute, dass das ungewohnte laufen in den Schuhen  einen derben Tribut gefordert haben:

Der MUSKELKATER kam über Nacht vorbei, kuschelte sich an und begann gewaltig zu schnurren.

Muskeln auf dem Rücken und dem Podex von denen ich nichtmal wußte, dass sie existieren jammern und betteln um eine heiße Dusche und meine Schultern fühlen sich irgendwie verknotet an. und das Hirn will unbedingt die Augen rausdrücken, Stichwort: Spannungskopfschmerz

Gibt es eine Möglichkeit dem zukünftig zu entgehen? - Wahrscheinlich eine Trainingsfrage

War es das Wert? - Ein Blick in den Spiegel und es tut schon gar nicht mehr so weh^^




Treff der SHG Essen

Gestern am 24. August 2012 war`s denn endlich soweit, nach 3 vergeblichen Versuchen mich an einem der Treff-Tage frei zu machen, ist es mir endlich gelungen einmal dort aufzulaufen.

Kurz und knapp, es war gut -nein- es tat gut, zu sehen wie viele Betroffene sich dort einfanden, wie locker und offen die Gespräche dort waren und wie die Reaktionen waren.

Als Neuling habe ich mich natürlich erstmal zurückgehalten, wollte "Reinschnuppern" wie man so schön sagt.

Die Herzlichkeit, die ich beobachtete war schon mal ein großer Schritt, sich selbst ein wenig zu öffnen, Fragen zu stellen und Informationen aufzunehmen.

Da ich jedoch gestern nicht viel Zeit hatte (ich wollte meinen Sohn noch sehen, bevor er im Bett verschwindet) musste ich bereits recht früh wieder gehen, was ich dann auch mit gemischten Gefühlen tat. 

Einerseits tat der Besuch gut und es gab viele Themen, die ich gerne angesprochen hätte. Andererseits bin ich immer etwas gehandicapt, wenn viele durcheinander reden. 

Leider bin ich nicht in der Lage einzelne Stimmen aus einem Mischmasch von Geräuschen herauszufiltern/selektieren, was mir nach kurzer Zeit erst Kopfschmerzen, später dann handfeste Übelkeit verursacht. Natürlich kann keine(r) der Anwesenden etwas für meine Unzulänglichkeit, so dass dieser Wermutstropfen vertretbar ist.

Als Fazit muss ich sagen: Supertruppe, nette Leute und jede Menge Ahnung. Für mich steht somit eindeutig fest, dass ich wieder hingehe. 

Wer also im Raum Essen eine TS-bezogene gemischte Selbsthilfegruppe sucht, sollte sich das ruhig mal näher anschauen. 

Dienstag, 21. August 2012

Die Irrungen und Wirrungen des Alltags und der Gedanken

Nun laufe ich schon ein kleines Weilchen recht verquer durch die schöne Welt und genieße es endlich auszuleben, was die ganze Zeit zwar da, aber nicht sichtbar war.

Am Samstag lief mir also eine etwas ältere Nachbarin über den Weg, die mein kleines Rundschreiben zur gefühlten Lage der Nation wohl nicht gelesen hat und fühlte sich genötigt mich doch einmal auf meine für einen Mann recht ungewöhnliche Kleidung anzusprechen.

Jetzt muss ich einmal eine Lanze für unsere Altvorderen brechen: Sie eine zweiundsiebzigjährige Frau sprich mich an, was denn los ist, so kennt sie mich ja gar nicht ... und was das soll? 


... was soll ich sagen?                           RESPEKT !


In den vergangenen zwanzig Tagen hatten viele die mich so gesehen haben nicht einmal einen Funken des Mutes dieser Frau aufgebracht und versucht herauszufinden, was denn eigentlich los ist. Eigentlich ein Armutszeugnis für die meisten Mitmenschen, aber das soll hier jetzt nicht zum Thema werden.

Nachdem ich Ihr die Sache mit der gefühlten Geschlechtszugehörigkeit erklärt habe und das ich beabsichtige die Umstände meines Daseins zu ändern, ergab sich ein Gespräch, dass im Verlauf von fast zwei Stunden sehr oft die Richtung änderte, es schien fast so als ob sie jede Möglichkeit abklopfen wollte, ob das was ich ihr da erzählte nun Kokolores oder wahr ist. Um ehrlich zu sein, war es eines der besten Gespräche der letzten Monate. Ihre geistige Beweglichkeit hat mich stark beeindruckt.

Gegen Ende meinte sie mir Ihr bedauern bekunden zu müssen, was ich jedoch partou nicht zulassen wollte. Ich entgegnete Ihr, dass Sie mir sicherlich aus Ihren Lebenserfahrungen bestätigen könne, dass es schlimmere Schicksale geben würde, als das eine Frau zu sein.

Die Antwort war vielschichtig und einfach: 

"Eine Frau zu sein bedeutete für mich Schmerz, Freude, Glück, Trauer und Schönheit und Vergänglichkeit zugleich aber das meinte ich nicht mit meinen Worten, sondern dass Sie mit all der Kraft und dem Mut den Sie aufbringen sich dem Ziel immer nur annähern, ohne es je zu erreichen. Die wahrhaftigsten Erlebnisse die eine Frau üblicherweise durchleben darf und muss werden Ihnen nie geschenkt und das ist traurig."

Sie ließ mich ziemlich Nachdenklich zurück.






Gestern sah die Welt wieder anders aus. 

Der Alltag begann wie an fast jedem Arbeitstag mit Gemurre meines Sohns, der nicht aufstehen wollte, meinem zu späten Erscheinen auf der Arbeit, nachdem der Filius endlich im Kindergarten war und einem reichhaltigen Frühstück begann ich um 9:00 endlich meine Arbeit, geplagt von Hitze und Frust.

Mittags rief mich dann die Erzieherin an, mein Sohn ist während des Mittagessens eingeschlafen, ob ich ihn bitte abholen könnte, er hat schon vorher über Übelkeit geklagt und sie wollte kein Risiko eingehen. 

Gesagt, getan und schon war ich nach nur 4 Std. Arbeiten wieder zu Hause. Besorgt aber glücklich, das es "nur" ein Schwächeanfall wegen der Hitze war. 

Beim Kuscheln mit meinem Sohn wurde mir klar, dass besagte Nachbarin mit Ihrem Orakel nicht recht behält. Auch wenn ich die Geburt meines Sohnes "nur" als Vater erleben durfte, schmälert nichts die Intensität der gemachten Erfahrungen. Auch meine anstehende Transition wird daran nie etwas ändern.

Ob ich nun als Mutter oder Vater besorgt bin um mein Kind oder mich mit diesem freue - ich denke diese Erfahrung hat nichts mit meinem Geschlecht zu tun. 



Mittwoch, 8. August 2012

KK und Bürgeramt

Nachdem das Wochenende und die ersten Tage der Woche mal wieder lang und breit für`s Büro draufgegangen sind, bummel ich heute mal ein paar Überstunden ab.

Die freie Zeit möchte genutzt werden, also habe ich mal den Rundgang durch die Gemeinde gemacht und versucht so viel unerledigtes wie möglich in Angriff zu nehmen.

Da sich die Krankenkasse bis dato auf meine Anfrage bezüglich einer Karte mit meinem neuen Namen noch nicht gerührt hat, habe ich also dort angefangen. Es stellte sich heraus, das mein Antrag bei einem kranken Mitarbeiter auf dem Tisch liegt und derzeit nicht bearbeitet werden kann, weil die TK zumindest ein Attest und den Antrag auf Namensänderung braucht um das zu tun.

Mein Psychotherapeut ist gerade im Urlaub und ich verbaselte den letzten Termin wegen des Steuertermins deshalb sitze ich diesbezüglich auf dem trockenen.

Auf die freundliche aber bestimmte Anfrage nach einem aktuellen Passfoto für die Karte legte ich nur kurz die Stirn in Falten, zog eine (noch nicht gezupfte - wie nachlässig) Augenbraue hoch und fragte genauso bestimmt zurück "Sagen Sie Frau ... ist das jetzt wirklich Ihr Ernst? - Mein Aussehen wird sich während der nächsten Monate erheblich verändern, was soll irgendwem das vermalledeite Foto nutzen, wenn ich eh` nicht zu erkennen bin außerdem habe ich gerade die ganze Zeit über Transsexualität mit Ihnen gesprochen - was bedeutet, dass ich mich als Frau fühle. Ich sitze Ihnen in ziemlich eindeutiger Kleidung gegenüber und Sie reden mich konsequent als Herr  an?

Immerhin sie war ehrlich und gab zu, nicht nachgedacht zu haben, versprach mir wegen der Epi in der Fachabteilung nachzuhaken und verabschiedete mich ohne weiteren Smalltalk.



Die nächste Station war dann das Bürgeramt, in dem ich meinen Personalausweis verlängern lassen wollte - er läuft im September aus und ich wollte derzeit eigentlich keinen neuen beantragen.

Dummerweise wurde die Möglichkeit vor ein paar Jahren abgeschafft. Und obwohl die Dame freundlich und auf Zack war, konnte Sie mir nicht helfen - entweder ich beantrage den neuen oder aber einen dreimonatigen vorläufigen Ausweis, so dass ich jetzt doch Passfotos machen lassen muss, dann kann die Dame von der Krankenkasse also jetzt doch eines haben.

Ich find`s nur gruselig mich mit dem Teil auch in 10 Jahren noch ausweisen zu müssen, wenn alles gelaufen ist. Mal sehen, ich werde ja spätestens nach der Personenstandsänderung einen neuen beantragen, aber ob ich deswegen Mengenrabatt bekomme .... ich wag`s zu bezweifeln.

Montag, 6. August 2012

Epilation - Ernüchterung und Hoffnung

Ich rücke ja bereits seit einiger Zeit meine dunklen Gesichtsbehaarung zu Leibe und das klappt auch sehr gut.

Dumm ist nur, dass ich bereits vor meiner Zeit ergraut bin und die lästigen weißen Biester selbst mit einem leistungsstarken IPL-Teil nicht zu vernichten sind. Kurz und gut eine andere Methode musste her und da stiess ich schon vor meinem Urlaub in Corinna`s Blog auf den sehr interessanten Beitrag mit dem Ultraschall.

Auf der Suche nach einer Ultraschall-Epilation im Raum Essen bin ich auf
Herrn Dr. M. Feldmann,
Rellinghauser Str. 304,
45136 Essen

gestoßen, der lt. Aussage des Herstellers der Selektif Pro - Geräte angeblich gute Erfahrungen mit dem Teil gemacht hat.

Nachdem ich für heute einen Termin vereinbarte und diesen aufsuchte, klärte mich dieser erstmal auf, dass er das Gerät nicht mehr einsetzt, da die Behandlungserfolge bei weißem Haar nicht nachweisbar sichergestellt seien und er sich wohl kaum zu einer solchen Aussage hätte hinreissen lassen.

Dr. Feldmann ist ein sympatischer älterer Herr, der sich viel Zeit nahm mit mir zu sprechen und ehrlich gesagt glaube ich ihm auch. Um so ernüchterter war ich also wegen der Ultraschallgeschichte.

Doch es stellte sich heraus, dass er einer der wenigen ist, die auch noch Nadelepilationen durchführen, und dies bei mir auch sinnig umsetzbar wäre.

Da die von mir geschätzte Anzahl der weißen Haare zu hoch bemessen war und durch die flächige Verteilung eine Behandlung gut durchzuführen ist, habe ich heute eine Behandlung durchführen lassen ...

was soll ich sagen? Ich bin begeistert!

Der Gute hat es selbst ohne Betäubungscreme geschafft etliche von den Biestern zu entfernen, ohne mir nennenswerte Schmerzen zu bereiten. Lediglich 2 Einstiche waren schmerzhaft, was wohl mehr daran lag, das sie blöd plaziert waren als an den Künsten des  Dottore.

Fazit: 

Auch wenn ich nicht gefunden habe wonach ich fragte, fand ich was ich wirklich brauchte.

Hier gehe ich gerne noch mal hin.

Samstag, 4. August 2012

Der Alltagstest...

... ist genaugenommen nicht einmal so was besonderes! - Gut ich lebe und arbeite in einer Grossstadt, in der sicher eine Menge noch schrägere Vögel herumrennen als ich, aber ich muss schon sagen, ich hätte mit mehr Widerstand gerechnet.

Klar ich seh` natürlich aus wie ein verkleideter Mann mit unmöglicher Figur, Frisur und einem kaum nachvollziehbaren Drang zu kräftigen Farben, aber ich war Zeit meines Lebens gezwungen Mausgrau unterwegs zu sein und genieße gerade die volle (Farb)Palette.

Sicher hinter meinem Rücken drehen sich schon mal Leute um, fangen an zu tuscheln oder schütteln wortlos den Kopf aber die von mir befürchteten Anfeindungen blieben bislang aus und das sogar als ich vor dem Kino eine größere Ansammlung ausländischer Mitbewohner passieren musste. Sowohl auf der Arbeit, als auch im privaten kann ich noch nichts negatives berichten, selbst der Kinobesuch mit anschließendem Essen in der Fressmeile des Rhein- / Ruhrzentrums gestern war kein großer Akt.

(Im übrigen der Film Merida von Disney/Pixar ist sein Geld wert)

Dies lässt mich darauf schliessen, dass entweder innergesellschaftlich ein Umdenken stattfindet, die Leute Angst haben was zu sagen oder mich einfach für einen harmlosen Spinner halten. Was auch immer der Grund ist, mir ist`s eigentlich egal - ich freu mich, solange der Zustand dauert.



Hurra, die Bank hat abgelehnt^^

Der Titel sagt`s bereits - eigentlich ein Grund für eine völlig überzogene Frust-Völlerei aber in diesem Fall sollte man das relativieren. Das erste Wort ist nämlich massgeblicher als die darauf folgenden ;-) . 

Nur zum Verständniss:

Der Bänker hat höflich aber bestimmt abgelehnt, da


  • ich noch kein Steuerberater bin, (Er sagte aber, dass dies kein zwingendes Muss ist)
  • mein Chef die für die Finanzierung notwendigen Zahlen nicht rausrückt,                                              (Verärgere nie die Bank die dich füttert)
  • die Finanzierungszeit 10 Jahre nicht überschreiten sollte
  • ... und damit der Kaufpreis für die benötigte Finanzierung zu hoch ist                                                         (Na sag ich doch die ganze Zeit)

Im Klartext hat mir der freundliche Herr von der Bank gesagt: 

Machen sie sich keine Sorgen, wir finanzieren Ihnen Ihre Selbständigkeit - wir müssen nur ein paar Dinge im Konzept umstrukturieren und der Kaufpreis muss deutlich runter - diesbezüglich habe ich bereits vorhin mit Ihrem Arbeitgeber telefoniert und ihn entsprechend eingenordet, er wird Ihnen wenn Sie aus dem Urlaub zurück sind ein neues Angebot unterbreiten... aber leider mache ich nun auch erstmal Ferien, wir sprechen uns wenn wir beide wieder in Essen sind. 

Nun, alles was den aufzubringenden Kaufpreis drückt ist mir herzlich willkommen - ich hatte nicht vor bis zum ersten Herzinfarkt nur für die Bank zu arbeiten.

Hehe schwupps da habe ich auf einmal einen starken Verhandlungspartner auf meiner Seite, mit dem ich eigentlich nicht gerechnet hatte. Und siehe da, er hat auch noch Recht behalten, kaum habe ich einen Fuss über die Schwelle meines Büros gesetzt, kommt mein Chef gelaufen und sagt wir müssen noch mal reden, er arbeitet gerade an einem neuen Konzept, es braucht nur leider etwas Zeit. (Un` ähr will nu macke eine Angebot, dass man unmökliche ausschlage kann)

Jetzt weiss ich zwar nicht was die beiden bei diesem EINNORDEN (kein Scherz, er hat es so benannt)  alles besprochen haben, ich tippe aus meinem wirtschaftlichen Verständnis jedoch darauf, dass es um das Maximalprinzip und dessen Auswirkungen auf die freie Preisgestaltung ging (mit gegebenen Möglichkeiten das maximal erreichbare erwirtschaften)

Ich habe unterdessen fröhlich pfeiffend meinem Chef gesagt, dass ich mit meiner Behandlung nicht bis zum Sanktnimmerleinstag warten kann und folgerichtig am 01.08. mit Top, Slimfit-Jeans, Strumpfhose und Ballerinas meinen Alltagstest begonnen. 

Ja, ein Mensch kann (sollte zwar nicht) aber er kann wirklich grün im Gesicht werden. Ich hatte Cheffe zwar nicht gebeten mit mir Fisch essen zu gehen, welcher normaler Weise diese Auswirkungen zeigen kann, aber die Ankündigung der Aktion hatte diese Wirkung offensichtlich ebenfalls- fast hätte ich mitleid empfunden und mich wieder einbalsamieren lassen. Lediglich zu den erforderlichen Bankgesprächen, die wohlweisslich nicht in der Praxis stattfinden sollen bittet er mich noch mal männlich zu erscheinen 

Mal sehen- gewillt bin ich eigentlich nicht mehr, nachdem er es so versaubeutelt hat.

Denn zwischenzeitlich bin ich unter Hochdruck und ich seh`s nicht mehr ein: Wenn das so weitergeht steht auf meinem Grabstein: Hier liegt der Typ, der eine Frau war und sie nie ausleben konnte.




Mittwoch, 11. Juli 2012

Halbzeit ist verstrichen, Zeit den Rest des Jahres zu genießen

Das auf `s Jahr bezogene Bergfest ist vorrüber und ich muss schon sagen, es sind interessante Zeiten in denen Klein-Diana aufwächst!

Nachdem sich der erste Trubel um meine Transsexualität ein wenig gelegt hat, die Widrigkeiten rund um den Banktermin auch so langsam abgeklungen sind heißt es warten. - Ich erwähnte bereits, dass dies nicht zu meinen natürlichen Stärken gehört, aber wenn`s denn sein muss, werde ich auch das erdulden.

Da ich nun schon länger nichts mehr geschrieben habe, denke ich es ist Zeit für ein Update.

Auch der Juli hatte bisher so seine Tücken: 
  • Erst die Nachtschichten im Endspurt für die Bankpräsentation, 
  • die unendlichen Diskussionen über den Kaufpreis und den von mir geforderten Nachlässen,
  • die Tatsache, dass ich bis zum 08. noch nicht eine Buchhaltung für den am 10. gelegenen Steuertermin fertig hatte,
  • und gestern war also besagter Steuertermin und was soll ich sagen, ich war mal wieder bis Mitternacht im Büro - Hurra, dumm ist nur, dass ich hierfür den Termin mit meinem Psychotherapeuten habe sausen lassen müssen, der scheint nun so verschnupft zu sein, dass er sich auf meine Bitte um Rückruf zwecks erneuter Terminabsprache nicht zurückgemeldet hat
Das und die folgenden kleineren privaten Katastrophen haben deutliche Spuren hinterlassen.

Gleichzeitig habe ich erfahren, dass der Endokrinologe den eh` schon späten Termin auf noch später verlegen musste, dass die logopädische Praxis, für die ich mich entschied eine Warteliste hat, in der ich vor Ablauf von 8 Wochen mit nichts rechnen kann und die Bank, die das Ferienhaus finanziert derzeit mit der Bearbeitung des Kreditantrags in Verzug ist. (Sehr praktisch, wenn man bedenkt, dass der Notartermin am 16. Juli ist.

Zu allem Überfluss beschwert sich mein Sohn seit vorgestern, dass ihm die Hand soooo weh tut. Nach vergeblichem Kühlversuch, und Einsalben über Nacht war heute ein Besuch beim Kinderarzt notwendig. 

Die Diagnose passt wie die Faust auf`s Auge: Hand-/Fuß- Mundkrankheit (Scherzhaft auch Maul und Klauenseuche genannt) Dauer: ca. 9 Tage - Drei Tage Aufbau von schmerzhaften Bläschen an Händen, Füssen und im Schleimhautbereich des Munds, drei Tage heftiges Fieber und drei Tage abklingen der Bläschen. So wie es jetzt aussieht, hat der Kleine die Fiebertage genau wenn wir zur Ostsee fahren müssen. 

Derzeit liegen die Nerven derart Blank, dass ich mich sogar habe hinreissen lassen, jemandem der mir an und für sich am Allerwertesten vorbeigehen könnte einen unangemessenen Abriss zu verpassen. (Entschuldige bitte Corinna, dass ich mich in Deinem Blog ausgetobt habe)

Bei meiner derzeitigen Glückssträhne, würd`s mich nicht Wundern, wenn die andere Bank genau in der Woche, wo ich nicht da bin eine Rückfrage hat und den Kreditantrag ablehnt, da ich mich nicht sofort zurückmelde und damit mangelndes Interesse dokumentiere.

Aber um nicht gar zu schwarz zu sehen, immerhin ein paar gute Seiten hat es ja


  1. ich seh die Ostsee noch mal, bevor ich meine Fortbildung mache
  2. Durch den Kinderkrankenschein habe ich vielleicht mal Zeit ein paar private Ding wie zB meine eigenen Steuererklärungen 2009-2011 zu machen (jaja, der Schuster und so...^^)
  3. Ich vergaß zu erwähnen, dass ich ab 15 September wieder die Schulbank drücke ;) ich freu mich riesig!
  4. Kuscheln mit meinem Kleinen hat mir immer schon Spass gemacht, und sein Kuschelbedürfnis nimmt proportional zum Fieber zu





Dienstag, 26. Juni 2012

Niemals so viel Spass gehabt

Nun, dass ich derzeit noch männlich daherkomme, und den Grund dafür habe ich ja schon geschrieben. Den Umstand möchte ich eigentlich fast sofort beenden, aber gestern hat er doch wirklich Spass gemacht.

Der Grund dafür ist einfach, dass ich eine der seltenen Gelegenheiten hatte mal mit meiner Frau shoppen zu gehen. Nachdem wir also mehrere Geschäfte in dem bestreben aufsuchten für sie etwas neues aufzutreiben, kamen wir irgendwann zu dem Schluss, das ich mal ein wenig auf Schnäppchenjagd gehe.

Gesagt getan, wir also erst bei P&C, Jack Wolfskin und Co. rein, da war aber nichts wirklich spannendes dabei und so kamen wir endlich bei Böcker an, wo mir auch das eine oder andere Teil gefiel.

Die pikierten Blicke der holden Damenwelt, was der Kerl den bitte in der Damenumkleide macht, waren schon lustig, aber das Hilight des Tages war, als eine Verkäuferin auf uns aufmerksam wurde, der es ganz offensichtlich nicht so fremd war, dass ein Mann sich für Frauenbekleidung interessiert und mich nachdem ich Ihr erklärte, dass mein derzeitiger Zustand nur eine Zwischenstation ist, folgerichtig mit Klamotten versorgte, die mir wahrscheinlich passen würden. 

Nach ein paar Stoffhosen, Jeans und Blusen, die alle in irgendeiner Weise nicht wirklich zu mir oder meinen Körpermaßen passten, kamen wir (meine Frau, die Verkäuferin und ich) zu dem Schluß, dass das alles nicht das Richtige ist und die Verkäuferin kam dann auf die Idee es mit Röcken und Kleidern zu versuchen. 

Die Blicke der anderen Kundinnen sagten alles, was aber nicht nur mir, sondern auch der Verkäuferin auffiel, die sich daraufhin einen Spaß daraus machte, jedes mal wenn ich aus der Kabine kam ein neues Attribut an mir besonders hervorzuheben und das in einer Lautstärke, die den anderen wohl kaum entgehen konnte. Sie achtete sogar darauf das von mal zu mal zu steigern.

Ganz im Ernst, jeder der mich im Augenblick sieht, muss die Sprüche als den gedachten Spass erkennen, so humorlos kann doch niemand sein.

Als sie dann mit einem knielangem, leicht geschlitztem Rock in Navy  ankam, den ich zwar für businesstauglich , meine Frau jedoch als zu gewagt erachtete, kam ein Spruch, der dann wirklich mit Ausnahme eines offensichtlich humorvollen jungen Mädchens alle anderen Kundinnen vertrieben hat. 

Sie meinte, "dass ich die am besten enthaarten Beine hätte, die sie am heutigen Tag bewundern durfte" und "das mir der Rock gut steht, sie würde aber wegen der großen Kniescheiben jedoch die Knie nicht so entblößen".

Die Folge war, das ich mich nicht mehr halten konnte, ich fing lauthals (und sehr Undamenhaft) an zu lachen, bis ich keine Luft mehr bekam, das schönste war, dass die Verkäuferin, meine Frau und das Mädel mitlachten, während sich zwei Frauen ziemlich vergrämt und unsittliches vor sich hinmurmelnd verkrümelten.

Ich schwöre diesen Tag werde ich so schnell nicht vergessen, auch wenn die geringe Ausbeute mich eigentlich hätte Frusten müssen. 

Donnerstag, 21. Juni 2012

Geduld ist eine Tugend...

die ich offenbar nicht besitze! 

Nein ehrlich ich konnte noch nie auf etwas warten, ob Geburtstag, Weihnachten, wichtige Nachrichten oder was auch immer, je länger ich auf etwas warten muss, desto unruhiger und zappeliger werde ich. Ganz besonders, wenn ich an den Umständen dieser Warterei nichts ändern kann, treibt meine innere Unruhe mich in den Wahnsinn.

So kommt es auch, dass ich derzeit fast die Wände hochlaufe - nichts, aber auch wirklich gar nichts will in diesem vermalledeiten Monat auch nur ansatzweise so gelingen, wie ich mir das vorstelle:

beruflich
  • Mein Chef hat sich nicht gekümmert, während ich in Urlaub war, so dass die Übernahme nächsten Monat nicht wie vorgesehen klappt (der soll mal hinmachen, meine Verwandlung wartet nur auf ihn)
  • Die Bürgschaftsbank bearbeitet den Antrag nicht vor dem ok der Hausbank
  • Die Hausbank wartet auf Unterlagen von Cheffe
  • Ich habe mir zur Prüfungsvorbereitung einen Kurs ausgesucht, mit der Folge, dass el Hombre den Anmeldetermin verpasst hat
  • Das beste ist, das Nachbessern derzeit auch nicht möglich ist, da er grade in die USA vermilchreist ist
  • Sogar die Steuerberaterkammer bummelt mit der Bearbeitung meines Falls
Im Augenblick renne ich gegen Wände an, wie Donquichote gegen Windmühlen, nur dass ich im Gegensatz zu ihm erkennen kann, wie hart diese sind und wer letztlich Sieger bleibt, wenn ich nirgendwo ein Pulverfass entdecke. 

privat
  • Selbst nach dem 4. Termin Hairfree sprießt das Zeug nur so vor sich hin, wie in Asterix der Gallier (ihr wißt schon das Haar in der Suppe und so) langsam beginne ich mich zu Fragen, ob ich als Kind den Blumendünger doch nicht hätte essen sollen
  • Die Suche nach gescheiter Oberbekleidung zieht sich wie Kaugummi alle 25 Läden findet sich ein brauchbares Teil, was meist jedoch nicht das ist was ich denn eigentlich so brauche
  • Mein Therapeut hat mir zwar empfohlen einen Endokrinologen aufzusuchen, -der ist mit seinen Terminen aber schon im Oktober und dann hab ich so ´nen Termin und darf ihn schon wieder absagen, weil meine Frau da grade Übergabe des Hauses hat
  • Logopäde entweder liegt`s an meiner Verschlagwortung (ich weiß, ein fürchterliches Wort) in der Suchmaschine oder es gibt im Ruhrgebiet nur Logopäden ohne TS-Erfahrung
Nachdem ich ja nun wirklich an keiner Ecke vorwärts komme hab ich mir gedacht nimm dir mal dein "Find you female Voice" vor, gesagt - getan und voila ich versteh`nur Bahnhof (ich sollte wirklich mit "Englisch für Ausreisser" arbeiten, es staubt seit 25 Jahren ein)  und nach diversen Übungen war ich erstmal heiser.

Eine Lösung muss her, entweder kommt eine bessere Stimme zu mir oder ich muss zur Stimme, für`s erste hat mich die Heiserkeit gelehrt den Fachleuten nicht ins Handwerk zu pfuschen, doch wo finden?

Werde mich wohl vorerst nochmal mit dem Ding beschäftigen müssen, bis ich eine Logopädin gefunden hab, die mir helfen kann. Nur diesmal versuche ich nicht gleich die halbe DVD abzuarbeiten^^




Donnerstag, 7. Juni 2012

Eigenwahrnehmung / Sexualität

Nun, das hier kommende ist sicherlich nicht unbedingt das, was andere als besonders interessant - bzw. vielleicht sogar als teilweise abstossend - betrachten, ist mir jedoch sehr wichtig, da viele gerade transsexulle Menschen das Thema bewusst vermeiden. Sollte sich jemand abgestossen fühlen, bitte ich diesen Post einfach zu überspringen. Ich werde aus meiner Sicht keine Grenzen des guten Geschmacks überschreiten, aber der  oder die Leserin mag vielleicht anderer Meinung sein. 

Leider ist es gerade in Bezug auf das von mir gewählte Thema rechtlich nicht ganz so einfach, wie man es im Allgemeinen vielleicht glauben mag. Das, was viele für belanglos halten ist für andere anstößig. Deshalb stelle ich für diesen speziellen Post ein paar Regeln auf, die ich zu beachten bitte:

Bei Verletzung von Persönlichkeitsrechten oder dem zuwiderhandeln gegen gesetzliche oder Forenbestimmungen weise ich darauf hin, dass ich den Text nach Beanstandung umgehend wieder entfernen oder entsprechend ändern werde und aufgrund dessen Abmahnungen nicht anerkannt werden und automatisch zur Widerklage mit Begründung dieses bewusst eingefügten Textes führen werden. Gleichzeitig mache ich darauf aufmerksam, dass Kommentare / Diskussionen  zu diesem speziellen Post bitte in sachlichem, einwandfreiem Ton zu führen sind und ich für die von dritten gemachten Aussagen keine Verantwortung übernehmen kann und will.



Eigenwahrnehmung / Sexualität

Im laufe meines bisherigen Lebens habe ich natürlich auch sexuelle Erfahrungen machen können - die bisherigen leider naturgegeben als Mann - einige der Begegnungen waren teilweise oberflächlicher Natur, sei es als Single auf Partnersuche oder als Junggeselle zur Zerstreuung. Andere wiederum gerade in längeren Beziehungen mit wesentlich tieferer Bedeutung.

Die meisten, bzw. fast alle der involvierten Frauen waren von mir als sexuellem Partner überrascht, (teils enttäuscht, teils belustigt, und teilweise halt auch sehr positiv - ich denke das ist in gewissem Sinne halt auch normal) da sie die aus Ihren bisherigen Kontakten gewonnenen Erfahrungen nicht mit meinem Verhalten vergleichen konnten und daher von anderen Voraussetzungen ausgingen oder andere Erwartungen von einem Sexualpartner hatten.

Die Gründe dieser Überraschung wurde mir erst im Laufe der Jahre klar, als ich nachhakte was denn genau  meine Partnerinnen irritiert hat: 
  • Ich war nicht dauernd "Leistungbereit", das heißt in Übersetzung, dass es viele Nächte gab, in der die Frau an meiner Seite mehr wollte als nur kuscheln und ich so überhaupt kein Interesse zeigte, egal was sie unternahm.
  • Wenn es denn zur Vereinigung kam, war ich stets verunsichert, wenn bei ihr irgend etwas nicht so lief wie wir uns das wünschten. - Mit der Folge, dass ich mich zurückzog, wo andere Männer womöglich weitergemacht hätten.
  • So genannter "harter" Sex ohne Rücksicht auf Verluste war und ist für mich nicht möglich, da ich zu keinem Zeitpunkt eine Erregung aufbauen kann, mit anderen Worten: Ich brauche immer erst eine Kuschelphase um in Stimmung zu kommen.
  • Bei mir ist die Refrektärphase relativ unauffällig, das heißt, das nach dem Höhepunkt nicht sofort ein Erschöpfungszustand eintritt, der die Erektion beendet. Das sorgt i.d.R. für ein zwar errigiertes Glied, das aber so empfindlich ist, dass es zu teilweise mehreren Höhepunkten kommen, aber meist einfach nur schmerzhaft sein kann. Manchmal wurde ich als "nimmersatt" belächelt, obwohl mir nach allem anderen als weitermachen zumute war.
  • Berührungen an meinem Genital sind und waren für mich in höchstem Maße unangenehm. 
Darüber hinaus wurden meine eigenen Empfindungen immer komplexer:
  • Die seit Jahren immer öfter vorkommende inverse Vorstellung vom Geschlechtsverkehr während des Aktes führt bei mir zu nahezu ungeahnter Erregung. (Das Kopfkino stellt um auf die Vorstellung eines weiblichen Geschlechtsverkehrs mit der Folge, dass es sich sogar so anfühlt als ob nicht ich eindringe, sondern in mich eingedrungen wird)
  • Stellungen, die mich in die passive Rolle drängen wurden immer attraktiver.
  • Immer mehr möchte ich die Kontrolle, die ich früher um jeden Preis haben wollte, meiner Partnerin überlassen.


Bis vor ein paar Jahren hielt ich das alles zwar für seltsam, aber nicht sonderlich bemerkenswert. Erst seit zwei Jahren, in denen ich mich über Transsexualität informierte und besonders nach dem endgültigen Selbsteingeständnis meiner Andersartigkeit im Laufe dieses Jahres meine ich den wahren Grund erfasst zu haben:

Ich vermute, dass sich mein Bewusstsein/Unterbewusstsein mehr und mehr gegen den angeborenen Körper und die damit einhergehenden Empfindungen und an mich herangetragenen Erwartungen sträubt. 

In einigen anderen Internetseiten habe ich gelesen, dass die Entwicklung des Gehirns bei Menschen mit Transidentitätsstörung gegengeschlechtlich verlaufen ist, was dann zu der Transsexualität geführt hat. Ich bin kein Mediziner- aber bei dem, was ich dort gelesen habe wundere ich mich gerade bezüglich meiner Eigenwahrnehmung nicht mehr. 

Auf einen Computer übertragen könnte man auch den Vergleich anstellen, dass auf einem Mac auch Windows laufen kann, aber eine wirklich Runde Sache wird da nicht draus. Ein weibliches Gehirn mag wohl mit einem männlichen Körper als Peripherie und mit der Software (Erziehung) eine gewisse Zeit funktionieren, aber wirklich absturzsicher ist das nicht.

Geschlechtsangleichende OP

Ob ein Mensch mit Transidentitätsstörung egal ob MZF oder FZM die geschlechtsangleichende Operation an sich durchführen lassen sollte, muss dieser für sich selbst entscheiden. Immerhin ist es ein schwerwiegender Eingriff, der erhebliche Risiken mit sich bringen kann. Gut finde ich jedoch, dass diese inzwischen nicht mehr Kriterium für die Personenstandsänderung ist.

Es mag Frauen geben, die Ihr Glied nicht entfernen lassen wollen, oder Männer die keinen Genitalaufbau vornehmen lassen und trotzdem ein glückliches und zufriedenes Leben führen können. 

Aus Rücksicht auf meine Frau und unser gemeinsames Sexualleben hatte ich Anfangs ebenfalls mit dem Gedanken gespielt die OP zumindest aufzuschieben, habe mich aber diesbezüglich umentschieden. 

Auch wenn ich noch ganz am Anfang meines Weges bin, weiß ich bei jedem Blick in den Spiegel, dass ich den Kerl da nicht mehr sehen mag, jede Berührung meines Geschlechtsteils erinnert mich daran, dass da etwas nicht stimmt. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, zukünftig als Frau zu leben, wenn ich stets mit einem männlichen Geschlechtsteil herumlaufe.


Sodele, mehr werde ich zu dem Thema nicht verfassen (war eh schon viel zu viel, aber ich wurde von einigen Freunden darauf angesprochen und fand es wichtig genug für den blog), und bitte meinen Wunsch zu respektieren, keine Fragen jenseits des Gürteläquators zu stellen, da ich darauf definitiv nicht antworten werde.